Biographie

Im Jahr 2006 feierte das Abegg Trio sein 30-jähriges Jubiläum.

Das Trio mit Ulrich Beetz - Violine, Birgit Erichson - Violoncello und Gerrit Zitterbart - Klavier, das nun schon seit 1976 in gleicher Besetzung konzertiert, darf in vielfacher Weise das Prädikat „außergewöhnlich“ für sich beanspruchen.

Intuitives Verständnis prägt die Harmonie ihres Zusammenspiels, eine Harmonie, wie sie wohl nur ein Ensemble beseelen kann, das drei Jahrzehnte all seine Energie, Lust und Leidenschaft mit unverminderter Freude in werkgetreue Interpretationen einbringt.

Diese Energie würdigte schon vor vielen Jahren einer der prominentesten deutschen Musikkritiker, Joachim Kaiser, als er über das Abegg Trio schrieb: „Diese jungen Musiker nehmen die Notentexte, die Ergebnisse der Forschung ungemein ernst. Sie wollen nicht harmlos oder gefühlsselig Kammermusik machen: sondern Interpretationen von Gewicht, Aggressivität und größter innerer Wahrhaftigkeit herausbringen.“

Diese Interpretationshaltung wurde zu Beginn der gemeinsamen Arbeit mit Wettbewerbspreisen im In- und Ausland (Colmar, Genf 1977, Bonn 1979, Bordeaux 1981, Bernhard Sprengel Preis 1986, Robert Schumann Preis 1992) und in der Folge mit Einladungen zu Konzerten und Festivals in 50 Länder honoriert.

Zudem zeichnet eine nicht nachlassende Neugier auf musikalische Entdeckungen das Abegg Trio aus: neueste Aktivitäten beziehen historische Instrumente mit in die Arbeit ein. Werke von Mozart, Kraus, Haydn, Beethoven, E.T.A. Hoffmann, Donizetti und Schubert werden mit Hammerflügeln nach Anton Walter (Wien 1795), Broadwood (London 1808) und Fritz (Wien 1825) und Streichinstrumenten mit Darmsaiten aufgeführt, in einer erneuten Auseinandersetzung mit Johannes Brahms benutzte das Trio auf den neuesten CD-Einspielungen (Horntrio op. 40, Streichsextett in Triofassung op. 36, Klarinettentrio op. 114, Trio A-Dur op. posth.) Flügel von Baptist Streicher von 1851, 1864 und 1876. Die sehr selten aufgeführten frühen Klaviertrios von Wolfgang Amadé Mozart (KV 10 bis 15), die das 8-jährige Wunderkind in London komponierte, nahm das Trio mit dem Nachbau eines Silbermann-Fortepianos von 1749 und einem Tangentenflügel auf.

Die über 30 CD-Einspielungen des Abegg Trios sind von der Presse hoch gelobt und mit Preisen ausgezeichnet worden (u.a. fünfmal „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“).

Es liegen Aufnahmen von Klaviertrios der Komponisten Mozart, Haydn, Beethoven, Schubert, Chopin, Fanny und Felix Mendelssohn, Gade, Clara und Robert Schumann, Farrenc, Kiel, Goetz, Berwald, Smetana, Brahms, Dvorák, Tschaikowsky, Rachmaninoff, Janácek, Debussy, Ravel, Schostakowitsch, Henze, Erdmann, Killmayer, Acker, Rihm und Obst vor.

Zusätzlich zu der umfangreichen Konzerttätigkeit lehren Ulrich Beetz und Gerrit Zitterbart als Professoren an den Musikhochschulen in Weimar bzw. Hannover, Birgit Erichson unterrichtet als Lehrbeauftragte für Kammermusik an der Franz-Liszt Hochschule Weimar. Gemeinsam gibt das Abegg Trio seine Erfahrungen in Meisterkursen an junge Musiker weiter (USA, Kanada, Deutschland, Schweiz, Finnland, Estland, Litauen, Rumänien, Kirgisien, Kasachstan, Usbekistan, Philippinen, Nord-Korea).

Ulrich Beetz spielt auf Violinen von F. Antonius Luppo (1729) und von Nicolas Lupot (1821), Birgit Erichson spielt Celli von Andrea Castagneri (1747) und von J. Baptist Salomon (1754).

 
 
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